Art Vital: Was ich von Marina Abramović gelernt habe

„Art Vital means to have courage. Take risks. To have a very nomadic way of life and to take your entire planet as a studio.“

Marina Abramović

Take risks! Eröffnung der Ausstellung Art Vital in Ljubljana

Liebe Freundinnen von Welt,

ich nehme Euch mit in die Cukrarna Gallery in Ljubljana. Vor der alten Zuckerfabrik am Ufer der Ljubljanica ein Auflauf, wie man ihn eher von Premieren kennt als von Galerien.

Davor die erste Re-Performance: Zwei Menschen tragen in Eimern Steine hin und her.

Ich bin ein wenig erleichtert, dass es keine Re-Performance ihrer Arbeit „Imponderabilia“ gibt: Da mussten sich die Besucher einer Galerie 1977 in Bologna durch die kleine Lücke zwischen Marina Abramović und Ulay drängen, die sich in der Tür nackt gegenüber standen. Wem hätte ich mich zugewendet – dem Mann oder der Frau?

Drinnen in der riesigen, hohen Halle, sammelt sich Energie. Stimmen, Schritte, ein Wiedersehen der Ljubljaner High Society. Warten bei Häppchen und Drinks. Es ist die Eröffnung von ART VITAL – 12 Jahre Ulay / Marina Abramović – über die ikonische Zusammenarbeit von Marina Abramović (1946, Belgrad) und Ulay – Frank Uwe Laysiepen (1943, Solingen – 2020, Ljubljana).

Marina Abramović, 79 Jahre alt, ist eine meiner persönlichen Heldinnen. Ein rares Vorbild älterer Frauen. Bei der Eröffnung habe ich viel von ihr gelernt. Das möchte ich mit Euch teilen.

Eure Kirsten, Freundin von Welt

Re-Performance: Zwei Manchen tragen Eimer mit Steinen

Gemeinsam schleppen

Re-Performance der Arbeit Work Relation von 1978

Work Relation Re-Performance

Zeit wird physisch erfahrbar

Re-Performance Work Relation: Ein Mensch füllt zwei Eimer mit Steinen

Ein Datum mit Bedeutung: 30. November, der Geburtstag von Marina Abramović und Ulay

Es ist der 30. November 2025. Geburtstag von Marina Abramović. Geburtstag von Ulay – Frank Uwe Laysiepen (1943–2020). Und der Tag ihres Kennenlernens vor fünfzig Jahren. Biographie, Liebe und Kunst, hier kommt alles zusammen.

Marina Abramović steht auf der Bühne. Präsenz ist ein zu kleines Wort dafür. Sie lacht, sie erzählt, sie beobachtet das Publikum. Irgendwann wird eine Torte hereingetragen. Ohne Kerzen. Sie schaut darauf, schaut ins Publikum und fragt trocken:

„What is going to happen now? Where are the candles?“

Dann singen wir alle Happy Birthday. Vormittags. In einer ehemaligen Zuckerfabrik. Für eine Frau, deren Lebenswerk davon handelt, da zu sein. Wirklich da.

In den Reden geht es um Verletzungen nach Performances, die versorgt werden mussten. Um zwei Menschen, die beschlossen haben, eine gemeinsame Energie zu werden. Ulay nannte Marina einmal „Duracell“. Sie nannten sich gegenseitig „Superglue“. Nähe war war Methode.

Abramović sagt einen Satz, der hängen bleibt:

„Energy and performance is everything. We believed in this form of art even when only twenty people came.“

Ich stehe da und merke: Diese Eröffnung eine Vergegenwärtigung. Eine Erinnerung daran, dass Liebe und Arbeit, Beziehung und Kunst, Durchhalten und Vertrauen zusammengehören.

Der Van

kein fester Wohnort

Manifest Art Vital

1977 notiert

Das Manifest von Art Vital

Weltoffenheit: Die Welt als Atelier

1977 schreiben Marina Abramović und Ulay ihr Manifest ART VITAL. Eine Art Gebrauchsanweisung fürs Leben. Einer der Sätze: „permanente Bewegung“. Ein anderer: „kein fester Wohnort“.

„Art Vital means to have courage. Take risks. To take your entire planet as a studio.“

Sie ziehen los. Ein Van wird Zuhause, Atelier, Rückzugsort. Europa wird zum Arbeitsraum. Performances entstehen unterwegs, zwischen Ankommen und Weiterfahren. Der Hund immer dabei. Nähe auch.

Auf Fotografien sieht man sie in diesem Wagen, auf Parkplätzen, an Straßenrändern, irgendwo zwischen Aufbruch und Erschöpfung. Man spürt: Das hier ist kein Aussteigertraum. Das ist Konzentration.

Liebe ist in diesem Modell kein Rückzugsort. Sie liegt mitten auf der Strecke. Abramović und Ulay arbeiten Seite an Seite, schlafen nebeneinander, denken gemeinsam, zweifeln gemeinsam. Beziehung als Dauerzustand.

„Performance is the most difficult art form.“

Performance verlangt alles: Körper, Zeit, Energie. Und sie verlangt Beziehung. Vertrauen. Die Bereitschaft, sich wirklich zu zeigen.

Was mich an ART VITAL fasziniert: Liebe erscheint hier als etwas Aktives. Als tägliche Handlung. Als Übung in Präsenz.

Ich bleibe lange vor den Tagebuchseiten stehen. Handschrift, Skizzen, Notizen. Kleine Sätze, große Entscheidungen. Und ich denke: Wie mutig es ist, das Leben so zu führen. Ohne Puffer. Mit offenem Blick.

Und irgendwo zwischen diesen Dokumenten wird klar: ART VITAL ist eine Einladung, Nähe neu zu denken. Als etwas, das Energie freisetzt.

Schriftzug "Art ist easy" an der Windschutzscheibe des Vans

Art is easy

Oder etwa nicht?

Verbunden

Zwei Menschen, ein Zopf: Klare Frisurempfehlung

Fotos der Performance: Marina Abramovic und Ulay mit zu einem Zopf verbundenen Haaren

Durchhalten: Arbeiten, wenn niemand klatscht

„We believed in this form of art even when only twenty people came.“

Zwanzig. Keine Tausend. Kein Hype. Kein Algorithmus.

Abramović spricht offen über diese frühen Jahre. Über Performances ohne Resonanz. Über Arbeit ohne Applaus. Und über die Entscheidung, trotzdem weiterzumachen.

Ich kenne dieses Gefühl. Vielleicht kennt Ihr es auch. Dieses lange Arbeiten im Stillen. Schreiben, denken, aufbauen – während andere scheinbar mühelos sichtbar sind.

Dann kommt Kassel. Und mit Kassel ein Wendepunkt.

Eine Einladung zur documenta führt in eine Grauzone. Ein Missverständnis. Kein offizieller Platz im Programm. Kein Raum. Keine Bühne. Ulay reagiert praktisch. Er spricht mit einem Supermarktleiter, organisiert darüber einen Raum in einer Tiefgarage. Dort findet die Performance statt.

Abramović erzählt davon mit trockenem Humor:

„More than a thousand people came. Half of the art world. The other half was looking for their car.“

Gelächter im Raum. Und ich verstehe zugleich: Hier kippt etwas. Aus Durchhalten wird Sichtbarkeit. Aus Beharrlichkeit wird Öffentlichkeit. Nicht geplant, sondern gemacht.

Marina Abramović sagt dazu einen Satz, den man sich einrahmen sollte:
„You can only make your own destination if you work, work, work.“

Nicht glamourös. Aber ehrlich. Und tröstlich.

Abramović spricht davon, nur das zu tun, was man absolut liebt – mit dem Menschen, den man absolut liebt.

„Energy and performance is everything. We believe in this form of art even when only twenty people came.”

Marina Abramović
Im Foyer der Cukrarna Gallery in Ljubljana

Cukrarna

Eröffnung von Art Vital im Foyer

Schuhwerk

Durchalten auf HighHeels? Nichts für mich!

Blick auf Schuhe in der Cukrarna Gallery bei der Eröffnung von Art vital in Ljubljana

Vertrauen: Kontrolle abgeben

Einer der stärksten Momente der Ausstellung ist unsichtbar. Abramović erzählt, dass sie den Kuratorinnen keinerlei Kontrolle über die Auswahl der Materialien gegeben hat. Tagebücher, Briefe, innere Räume – alles offen. Rund sechzig Prozent der Exponate waren zuvor öffentlich nicht zugänglich.

„I did not want to have any control over what they would choose.“

Die Kuratorinnen hatten freien Zugriff. Auf alles. Auf Material, das nie für Öffentlichkeit gedacht war. Auf Gedanken, Zweifel, Prozesse. Abramović hat zugesehen. Und zugelassen.

Für eine Frau, die jahrzehntelang ihren Körper, ihre Zeit, ihre Energie kontrolliert hat, ist das ein radikaler Schritt.

Marina Abramović formuliert das während der Eröffnung offen:

„I have never before had an exhibition that contained so much documentation, so much exposure of my inner self.“

Ich habe mich gefragt: Wann habe ich zuletzt wirklich Kontrolle abgegeben? Nicht halb. Nicht scheinbar. Sondern echt.

Vielleicht ist das eine unserer großen Aufgaben mit zunehmender Erfahrung: zu erkennen, dass Vertrauen kein Risiko ist, sondern eine Entlastung.

Vielleicht liegt genau hier eine der leisesten, stärksten Lektionen dieser Ausstellung:
Vertrauen erweitert den Blick. Es nimmt Last von den Schultern. Und es schafft Platz – für Überraschung, für neue Lesarten, für Bewegung.

Ich gehe weiter mit dem Gefühl, dass Kontrolle ein Werkzeug ist. Und Vertrauen eine Entscheidung.

„I did not want to have any control over what they would choose. For me the show looks new.“

Marina Abramović
Blick ins Archiv bei der Ausstellung Art Vital

Blick ins Archiv

Sehen, lesen, verstehen – Material, das noch nie gezeigt wurde

Birthday Performances

Die Kunst, den Geburtstag mit einer Performance zu feiern

Text zu Birthday Performances von Marina Abramovich und Ulay

Sichtbarkeit: Applaus einfordern

Marina Abramović steht auf der Bühne. Die Geburtstagstorte ist da. Sie lacht, fragt: Wo sind die Kerzen“, nimmt die Situation an sich. Und dann sagt sie, klar und ohne jede Umständlichkeit:

„Applaus!“

Als Aufforderung.

Wir reagieren sofort. Klatschen. Lachen. Und ich merke, wie viel in diesem einen Wort steckt. Wie ungewohnt es ist, dass eine Frau Anerkennung einfordert, ganz selbstverständlich.
Applaus einfordern – das widerspricht vielem, was wir gelernt haben. Bescheiden bleiben. Leistung relativieren. Sichtbarkeit lieber anderen überlassen. Anerkennung hoffen, nicht benennen.

Abramović macht es anders. Sie steht da, nach Jahrzehnten Arbeit, nach Performances, die Körper, Zeit und Energie gefordert haben – und sie nimmt sich diesen Raum.

Mich trifft das. Weil es so klar ist. Und weil es nichts mit Eitelkeit zu tun hat. Sondern mit Verantwortung gegenüber der eigenen Arbeit.

Ich denke an all die Situationen, in denen wir still bleiben, obwohl etwas Anerkennung verdient hätte. An die Momente, in denen wir hoffen, gesehen zu werden, ohne uns zu zeigen.

Dieser eine Satz von Abramović wirkt nach. Er sagt: Sichtbarkeit ist kein Zufall. Sie ist eine Entscheidung.

Und vielleicht dürfen wir uns öfter erlauben, genau das zu tun:
den Moment benennen.
den Raum einnehmen.
Applaus einfordern.

Nähe, Risiko, Vertrauen

„Performance is all about transformation of energy.“

Viele ihrer Arbeiten – besonders mit Ulay – kreisen um Nähe. Um Vertrauen. Um Risiko.

Rest Energy entsteht 1980. Marina Abramović und Ulay stehen sich gegenüber. Zwischen ihnen ein Bogen. Ulay hält den Pfeil, Marina den Bogen. Die Sehne ist gespannt. Die Pfeilspitze zeigt direkt auf ihr Herz.
Kein Ausweichen. Keine Bewegung. Ihre Körper lehnen sich leicht zurück, nur so weit, dass die Spannung hält. Mikrofone zeichnen ihren Herzschlag auf, ihren Atem, das Knarren der Sehne. Alles wird hörbar. Jede minimale Verschiebung könnte das Gleichgewicht kippen.

Was diese Arbeit so radikal macht, ist ihre Klarheit. Hier gibt es kein Symbol, das man entschlüsseln muss. Vertrauen ist konkret. Verantwortung auch. Ulay hält Marinas Leben buchstäblich in den Händen. Marina überlässt sich ihm – und bleibt gleichzeitig vollkommen präsent.

Vertrauen ist nichts Romantisches. Es ist eine Entscheidung, sich verletzlich zu machen. Immer wieder.

In Beziehungen – ob Liebe, Freundschaft oder Partnerschaft – gibt es solche Momente. Situationen, in denen jemand den Bogen hält und jemand anderes den Pfeil. Situationen, in denen es kein Netz gibt, sondern nur gegenseitige Verantwortung.

Und ja, das ist mutig. Aber auch lebendig.

Rest Energy

Radikales Vertrauen bei der Performance

Schreie und Ohrfeigen

Marina Abramović und Ulay, nicht immer romantisch

Alter: Freiheit statt Rückzug

Kurz vor dem Ende der Eröffnung, mit Blick auf ihre Geburtstagstorte, sagt Marina Abramović, dass sie im nächsten Jahr 80 wird. Und dann diesen Satz:

„Eighty is the new forty.“

Abramović steht für ein Verständnis von Alter, das nicht in den Rückzug führt, sondern in eine neue Form von Freiheit. Keine Verjüngungsgeste, kein Wettlauf mit früheren Versionen des eigenen Körpers. Stattdessen Klarheit. Präsenz. Die Bereitschaft, Raum einzunehmen.

In Art Vital wird sichtbar, wie sehr diese Freiheit mit Erfahrung zu tun hat. Mit Jahren des Dranbleibens. Mit der Entscheidung, sich nicht zu verkleinern. Alter erscheint hier als Verdichtung: weniger Ablenkung, mehr Essenz.

Mich trifft das, weil so viele Erzählungen über Frauen im Alter von Verlust handeln. Von Rückzug, von leiser werden. Abramović erzählt etwas anderes. Sie zeigt: Erfahrung ist kein Ballast. Sie ist Kapital.

Und dann, fast zum Schluss, erlaubt sie sich genau das, was man ihr vielleicht am wenigsten zutraut: Selbstironie. Sie erzählt einen Witz. Einen sehr trockenen. Einen sehr eigenen.

„How many performance artists does it take to change a light bulb?
I don’t know. I was there for six hours.“

Gelächter. Und mit diesem Lachen fällt jede Schwere ab.

Vielleicht liegt genau darin die größte Freiheit dieses Alters: sich ernst zu nehmen, ohne sich wichtig zu machen. Klar zu sein. Und dabei leicht zu bleiben.

„Eighty is the new forty.“

Marina Abramović

Was bleibt

Marina Abramović hat mir gezeigt, dass Weltoffenheit eine tägliche Entscheidung ist.
Dass Durchhalten wichtig ist.
Dass Vertrauen Arbeit braucht, aber Last nimmt.
Dass Sichtbarkeit nichts mit Eitelkeit zu tun hat, sondern mit Verantwortung.
Dass wir Applaus einfordern dürfen.
Und dass Alter kein Rand ist, sondern ein Raum.

Ich bin gegangen mit dem Gedanken, dass vieles möglich bleibt, wenn man sich selbst ernst nimmt. Und gleichzeitig leicht. Die Selbstironie nicht vergessen!

Was ich kann, das könnt Ihr auch.
Versprochen.

Marina Abramović und Lena Pislak (Ulay Foundation)

Applaus einfordern!

Marina Abramović und Lena Pislak (Ulay Foundation)

„80 ist das neue 40!“

Marina Abramović und Lena Pislak (Ulay Foundation)

Marina Abramović und Lena Pislak (Ulay Foundation)

Infobox – Art Vital in Ljubljana

Ausstellung: ART VITAL – 12 Years of Ulay / Marina Abramović

Künstler:innen Marina Abramović und Ulay (Frank Uwe Laysiepen, 1943–2020)

Ort: Cukrarna Gallery, Poljanski nasip 40, Ljubljana, cukrarna.art

Laufzeit: November 2025 – 3. Mai 2026, geöffnet Di.-So., 10-19 Uhr

Inhalt: Die bislang umfassendste Ausstellung zur zwölfjährigen Zusammenarbeit von Marina Abramović und Ulay (1976–1988). Gezeigt werden ikonische Performances, Videoarbeiten, Fotografien sowie umfangreiches Archivmaterial – darunter Tagebücher, Briefe, Skizzen und persönliche Notizen, viele davon erstmals öffentlich zugänglich.

Schwerpunkte: Performance als Lebensform · Liebe und Arbeit · Nähe, Risiko, Vertrauen · Nomadisches Leben · Geteilte Autorenschaft · Alter und Erfahrung

Kuratorinnen: Alenka Gregorič und Felicitas Thun-Hohenstein
(in Zusammenarbeit mit der Ulay Foundation und dem Marina Abramović Archive)

Dauer des Besuchs: Mindestens 90 Minuten empfohlen – die Ausstellung erstreckt sich über mehrere Ebenen

Hinweis: Die Ausstellung arbeitet mit intensiven körperlichen Bildern und langen Videoarbeiten.

Was ich von Marina Abramović gelernt habe

  • Präsenz ist Arbeit.
    Da sein ist keine Haltung, sondern eine tägliche Entscheidung.
  • Durchhalten braucht keinen Applaus.
    Sichtbarkeit kommt nicht immer zuerst – Arbeit schon.
  • Vertrauen entlastet.
    Kontrolle ist ein Werkzeug. Vertrauen eine bewusste Wahl.
  • Nähe ist nichts Romantisches.
    Sie verlangt Verantwortung, Klarheit und gegenseitige Präsenz.
  • Sichtbarkeit darf eingefordert werden.
    Anerkennung ist kein Zufall, sondern Teil der eigenen Verantwortung.
  • Alter ist kein Rückzug, sondern Verdichtung.
    Erfahrung macht nicht leiser – sie macht genauer.
  • Arbeit und Leben lassen sich verbinden.
    Nicht als Balance, sondern als gemeinsamer Raum.

FAQ: Art Vital in Ljubljana

Worum geht es in der Ausstellung Art Vital?

Art Vital zeigt die zwölfjährige Zusammenarbeit von Marina Abramović und Ulay als künstlerisches und persönliches Gesamtsystem. Im Mittelpunkt stehen Performance als Lebensform, Beziehung als Arbeit, Nähe, Risiko, Vertrauen und Ausdauer.

Warum ist diese Ausstellung so besonders?

Weil sie erstmals in dieser Tiefe Archivmaterial zugänglich macht: Tagebücher, Briefe, Notizen, Fotografien und Prozesse, die sonst verborgen bleiben. Rund 60 Prozent der Materialien waren zuvor nicht öffentlich zu sehen.

Was bedeutet der Titel Art Vital?

Art Vital ist der Name eines Manifests, das Abramović und Ulay 1977 formulierten. Es beschreibt Kunst als Lebenshaltung: mutig sein, Risiken eingehen, in Bewegung bleiben und das eigene Leben vollständig in die Arbeit integrieren.

Muss man sich mit Performance-Kunst auskennen?

Nein. Die Ausstellung setzt auf Erfahrung statt Vorwissen. Sie funktioniert über Körper, Zeit, Nähe und Emotion – Themen, die unmittelbar zugänglich sind.

Ist die Ausstellung emotional oder körperlich fordernd?

Ja, teilweise. Einige Arbeiten thematisieren extreme körperliche Situationen und intensive Nähe. Sitzgelegenheiten und Ruhepunkte sind vorhanden.

Warum findet die Ausstellung in Ljubljana statt?

Ljubljana war Ulays letzter Lebensmittelpunkt und ist heute ein wichtiger Ort für zeitgenössische Kunst. Die Cukrarna Gallery bietet mit ihrer offenen Architektur ideale Bedingungen für eine Ausstellung, die mit Dauer, Energie und Präsenz arbeitet.

Für wen ist Art Vital besonders interessant?

Für alle, die sich für Kunst, Beziehungen, Lebensentwürfe und die Frage interessieren, wie Arbeit, Liebe und Haltung zusammenfinden – besonders für Frauen mit Lebenserfahrung, Neugier und Lust auf Klarheit.

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2 Antworten zu „Art Vital: Was ich von Marina Abramović gelernt habe“

  1. Avatar von Petra Voss
    Petra Voss

    Liebe Kirsten, der Text zu M.A. ist sehr intensiv und es kommt sehr viel von Deiner Begeisterung und dem starken Eindruck rüber, den die Frau und Künstlerin auf Dich gemacht hat. Ich habe großes Interesse bekommen, mehr dazu kennen zu lernen.
    Dankeschön und
    herzliche Grüße
    Petra

    1. Avatar von Kirsten Rick

      Liebe Petra, vielen Dank! Die Ausstellung in Ljubljana und überhaupt Slowenien kann ich nur empfehlen.

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