Liebe Freundinnen von Welt,
kennt Ihr dieses Lied? „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins…“ Hans Albers hat es einst ins Mikrofon geraunt, und seitdem klebt diese Melodie an 930 Metern Hamburger Asphalt.
Aber ich habe mich gefragt: Was war eigentlich tagsüber los auf dieser Straße – und zwar nicht nachts um halb eins, sondern tagsüber um halb zwei? Im Jahr 1626?
Ich nehme Euch mit. Auf einen Spaziergang, ein Schlendern zwischen ausgeschalteten Leuchtreklamen. Auf eine Zeitreise durch 400 Jahre und das unerschütterliche Bedürfnis, sich zu amüsieren. Kommt Ihr mit?
Eure Kirsten, Freundin von Welt

Hier ist St. Pauli
Leuchtschrift für die Orientierungslosen
Tanzende Türme
Bisschen schräg, diese Hochhäuser

Inhaltsverzeichnis
- Von Seilen und Schussfeldern: Der ehrenwerte Ursprung
- Napoleon macht Tabula rasa – und der Kiez blüht wieder auf
- Das 19. Jahrhundert dreht auf
- Kronleuchter, nackte Damen und Jazz: Die Goldenen Zwanziger
- Wie Hamburg aus Versehen Popgeschichte erfand
- Die wilden 70er und 80er: Als der Kiez wirklich rau war
- Ein Museum ohne Mauern – St. Paulis verstreute Erinnerungen
- Der Kiez heute: Clubs, Musicals und 400 Jahren Geschichte
- 400 Jahre Reeperbahn – das Programm
- Meine Tipps für Euren Kiez-Besuch
- Mehr über Hamburg:
Von Seilen und Schussfeldern: Der ehrenwerte Ursprung
Hier ist die große Ironie der Hamburger Stadtgeschichte: Die „sündigste Meile der Welt“ begann als schnöde Werkstatt. Die Reepschläger – Seiler, wobei Seil auf Niederdeutsch Reep heißt – benötigten für ihre Taue eine lange, schnurgerade Bahn. Schiffsseile können hunderte Meter lang sein, und die Handwerker mussten beim Drehen rückwärts gehen. Für diesen merkwürdigen Tanz brauchten sie Platz – viel Platz.
Ab 1626 siedelten sie sich vor den Stadtmauern an, vor die Stadt verlegt, in ein Gebiet außerhalb der Wallanlagen, das aus militärischen Gründen freigehalten werden sollte. Unerwünscht, aber geduldet.
Der Kiez war von Anfang an Hamburgs Problemzone – und ist es irgendwie bis heute geblieben. Nur dass jetzt tausende Touristen pro Wochenende extra herkommen, um genau das zu feiern.

Hi Freaks!
Streetart von Rebelzer in der Seilerstraße
Lichterglanz
Pfützen auf der Reeperbahn

Napoleon macht Tabula rasa – und der Kiez blüht wieder auf
Im Winter 1813/14 erhielten die Bewohner nur wenige Tage Frist. General Davout, napoleonischer Marschall und bekannt für wenig Sentimentalität, ließ auf St. Pauli mindestens 484 Gebäude niederbrennen – als strategische Maßnahme zur Verteidigung der besetzten Stadt.
Doch kaum waren die Franzosen weg, erblühte der Kiez prächtiger als zuvor. Schlangenbeschwörer, Bauchredner, Tierbändiger, Tanzsäle – das Viertel erfand sich neu, lauter und bunter als je zuvor. Der Hamburger Wiederaufbauwille ist legendär. Der Unterhaltungstrieb noch mehr.

Stop wars, play music
Grafitti am Bauzaun vor Esso-Häuser-Brache
Doch!
I love St. Pauli

Das 19. Jahrhundert dreht auf
1841 öffnete das St. Pauli Theater – das älteste Privattheater Hamburgs und eines der ältesten Deutschlands überhaupt.
1861 durfte das Millerntor rund um die Uhr passiert werden – Tag und Nacht, kein Sperrstundenzwang.
1879 eröffnete das Panoptikum, Hamburgs skurriles Wachsfigurenkabinett mit rund 120 Figuren aus Geschichte und Gegenwart, das bis heute existiert und Deutschlands ältestes seiner Art ist. Erste Kinos kamen, erste Großbordelle.
Aus dem Fahrweg zwischen Wiesen, Weiden und Baumalleen zwischen Hamburg und Altona ist mittlerweile ein Amüsierboulevard mit internationalem Publikum geworden.
Eva Decker, Kiez-Historikerin
Und mittendrin: die Davidwache. 1914 vom Architekten Fritz Schumacher entworfen, steht sie an der Ecke Davidstraße wie eine kleine rote Backsteinburg – Europas vielleicht bekanntestes Polizeirevier, ein Fotomotiv, das kein Hamburg-Besucher auslässt. Kleinstes Revier, meiste Arbeit. Klingt nach St. Pauli.

Davidwache
Das Revier ist nur 0,92 km² groß
Denkmal
Die Schmuckkeramik an der Fassade der Wache stammt vom Bildhauer Richard Kuöhl

Am Spielbudenplatz, dem historischen Kern des Vergnügens, kann man heute noch spüren, wie sich hier über Jahrhunderte das Leben der Stadt abgespielt hat. 2006 wurden zwei bewegliche Bühnen installiert, eine ist 2015 abgebrannt, auf der anderen ist regelmäßig viel los: Vom Spielbuden-Festival bis zum Reeperbahn Festival, im Winter der Santa Pauli Weihnachtsmarkt, und an warmen Abenden verwandelt sich der Platz in einen Nachtmarkt. Tagsüber fast bescheiden. Abends eine Bühne fürs Leben.
Kronleuchter, nackte Damen und Jazz: Die Goldenen Zwanziger
Nach Krieg, Inflation und mageren Jahren kam der Kiez langsam wieder zu sich. Und dann, 1926, eröffnete Arthur Wittkowski im Haus der ehemaligen Hansa-Bierhallen sein Alkazar – und machte es zur Sensation der Stadt.
Jede Viertelstunde eine Sensation
Wittkowski hatte ein Motto: „Jede Viertelstunde eine Sensation und in den Pausen keine Pausen.“ Er hielt Wort. In der Mitte des Saales ließ er eine Hebebühne einbauen, die binnen Minuten verschwand und wahlweise als Eisbahn, Tanzboden oder Wasserbassin wieder auftauchte. Und dann, gegen vier Uhr morgens, der Höhepunkt: Ein Leuchter mit Wasserfontänen senkte sich von der Decke – umgeben von leicht bis gar nicht bekleideten Tänzerinnen. Das Publikum war hingerissen.
Im Trichter, dem nicht weit entfernten Konkurrenz-Varieté, traten internationale Stars wie Anita Berber auf – Ikone der Zwanziger Jahre, berühmt für ihre „Tänze der Ekstase“ – und Josephine Baker in ihrem Bananenröckchen. Im Operettenhaus sang Richard Tauber „Gern hab‘ ich die Frauen geküsst“. Und in den Tanzpalästen: Jazz.
Dann kamen die Nazis
Dann kamen die Nazis. Nach der Machtübernahme 1933 wurde Wittkowski durch Intrigen und Verleumdungen aus seinem eigenen Betrieb verdrängt. 1936 folgte der nächste Einschnitt: die Nazi störten sich am Namen. Nach einem Preisausschreiben hieß das Haus fortan Allotria. Das Programm wurde braver, die Swing-Kapellen spielten „eingedeutschte Varianten“ – ein paar Noten umgeschrieben, schon war es erlaubt.
Das Gebäude überstand sogar den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet. Doch das Wirtschaftswunder brachte das Fernsehgerät in die Wohnzimmer – und das Ende der großen Varietés. 1958 schloss das Allotria seine Pforten, im selben Jahr auch der Trichter.
Heute steht dort, wo Anita Berber für Begeisterungsstürme sorgte und mutige Artisten Todessprünge wagten, eine Filiale der Supermarktkette Penny.
Ein tragisches Ende für so viel Glanz.
Ein Supermarkt wird zur Kiez-Legende
Aber dann: Der Penny wurde selbst zur Kiez-Legende: Seit der (zunächst nur) vierteiligen Doku „Der Penny-Markt auf der Reeperbahn“ pilgern Menschen dorthin, um den Discounter zu sehen, in dem zwischen Dosensuppe und Dosenbier das halbe St.-Pauli-Personal vor der Kamera stand.
Stolperbordstein vor der Herbertstraße
Und während wir durch diese Geschichte schlendern, sollten wir kurz innehalten – an der Ecke Davidstraße/Herbertstraße. Dort ist eine Messing-Platte in das Pflaster eingelassen, ein sogenannter Stolperbordstein. Er erinnert an die Sexarbeiterinnen, die hier lebten und arbeiteten und die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Kein großes Denkmal, kein Museum – nur ein schmaler Messingstreifen im Boden. Aber wer einmal darauf aufmerksam geworden ist, geht nicht mehr achtlos darüber hinweg.
Der Kiez hat viele Gesichter. Dieses gehört auch dazu.

Herbertstraße
Sichtblende vor dem Eingang
Stolperbordstein
Gedenktafel vor dem Eingang zur Herbertstraße

Wie Hamburg aus Versehen Popgeschichte erfand
Bevor wir zu vier Jungs aus Liverpool kommen, noch ein kurzer Abstecher: Gleich neben der Reeperbahn liegt der Hans-Albers-Platz – und mittendrin steht er, aus Bronze, mit Schifferklavier und Schiffermütze, so wie er es in „Große Freiheit Nr. 7″ unsterblich gemacht hat.
Hans Albers, der Blonde Hans, der Hamburger Jung schlechthin. Sein Lied „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ hat dieser Straße mehr Romantik verliehen, als sie vielleicht verdient – aber genau das ist die Magie des Kiezes. Er lässt sich besingen. Immer wieder.

Hamburger Jung
Denkmal für Hans Albers
Hans Albers
Die Bronzestatue stammt von Jörg Immendorf

Wo die Beatles begannen
1960 spielten fünf junge Männer aus Liverpool im Indra – einem kleinen Club in der Großen Freiheit, einer Nebenstraße der Reeperbahn. Sie hießen John, Paul, George, Stuart und Pete (Ringo kam später). Sie spielten manchmal acht Stunden am Stück, schliefen in einer Besenkammer, aßen schlecht und wurden trotzdem zu den Beatles. Auch im Kaiserkeller und im Top Ten Club standen sie auf der Bühne.
In Liverpool wurde ich geboren, in Hamburg wurde ich erwachsen.
John Lennon
John Lennon soll später gesagt haben: „In Liverpool wurde ich geboren, in Hamburg wurde ich erwachsen.“ Heute erinnert der Beatles-Platz an dieses Kapitel – er ist rund wie eine Schallplatte, und Silhouetten-Skulpturen der Fab Four (Stuart Sutcliff steht etwas abseits) ragen in den Hamburger Himmel.
Ein Platz der einer Band gewidmet ist, die von woanders kam und woanders berühmt wurde. Ich finde das rührend. Leider sehr schlecht zu fotografieren.

Beatles-Platz
Die Silhouetten sind miese Fotomodelle
Indra
In diesem Club hatten die Beatles ihren ersten Auftritt in Hamburg

Da gibt es noch einen, dessen Geschichte eng mit der Reeperbahn verbunden ist: Udo Lindenberg. Er besang „die geile Meile“. Wer sich auf die Welt des Panikrockers einlassen möchte: Im Klubhaus St. Pauli – bekannt für seine interaktive Medienfassade – wartet die Panik City. Eine multimediale Welt, die das Leben von Udo Lindenberg mit Virtual Reality und interaktiven Installationen zum Erlebnis macht. Sein Stern – dem Hollywood Walk of Fame nachempfunden – glänzt als im Gehweg davor. Eitel? Fast gar nicht.

Die wilden 70er und 80er: Als der Kiez wirklich rau war
Nicht alles war glamourös. Die 70er und 80er brachten Bandenkriege, den Serienmörder Fritz Honka, AIDS – und den langsamen Verlust des Glanzes. Das Viertel wurde rauer, dunkler, gefährlicher.
Einzige Ausnahme vielleicht: die Ritze – Boxkeller und Kneipe in einem, wo die Klitschko-Brüder und Henry Maske trainierten und zwielichtige Gestalten ihr Bier tranken. Heute wird sie als „Zeitkapsel“ vermarktet. Das sagt eigentlich alles.

Eingang zur Ritze
Die Tür führt in die Kneipe und den Boxkeller
Mojo Jazz Café
Ein Auftritt von Ursula Rucker

Ein Museum ohne Mauern – St. Paulis verstreute Erinnerungen
Wer auf dem Kiez ein Museum sucht, findet… keins. Zumindest kein normales.
Das Museum ohne Mauern braucht kein Gebäude. Es braucht den Stadtteil selbst als Vitrine. Es wurde von der Historikerin Eva Decker und Ekkehart Opitz, dem Direktor des Erotic Art Museums, entwickelt. Eine Kombination, die in sich schon ziemlich Reeperbahn ist.
Die Exponate verteilen sich quer über St. Pauli:
Ein Besteck schlägt die Brücke in die „Goldenen Zwanzigerjahre“, ein Teeservice zu einer berühmten Prostituierten. Deutschlands bekanntestes Tankstellen-Schild wird zum „Panoramafenster“ in die Stadtplanungen Hamburgs von den 1940er Jahren bis in die Gegenwart und zehn Zentimeter Holz zu Zeitzeugen einer musikalischen Weltkarriere.
Zu sehen sind: ein original Höpfner Bass von Paul McCartney und andere Beatles Devotionalien, Original erotische Werbetafeln von Kiez-Künstler Erwin Ross, der auch das Einlasszenario in das Lokal „Zur Ritze“ malte, die Mona Lisa der Reeperbahn – „DOMENICA“ das Gemälde von Donna Sani Sue, ein original Gemälde von Klaus Barkowsky, bekannt als der Jahrhundert Lude „Der Schöne Klaus“.
Die offiziellen Stadtteilführungen heißen übrigens „Reliquien der Reeperbahn“. Was in anderen Städten in Glasvitrinen landet, hängt hier im Kneipenfenster. Und ehrlich gesagt – das passt viel besser.
Hier geht es zu den Stadtteilführungen von Eva Decker: eva-decker.de

Spezial Herren-Friseur
Stehen da Reliquien im Schaufenster?
Tanzschuhhaus
in der Talstraße – seit über 50 Jahren

Der Kiez heute: Clubs, Musicals und 400 Jahren Geschichte
Die Tanzenden Türme – diese windschiefen, leicht gegeneinander geneigten Hochhäuser am östlichen Eingang der Reeperbahn, 2012 fertiggestellt – sind das neue Wahrzeichen des Kiezes. Unten im Keller der Mojo Club, oben im Clouds speist und trinkt man mit Blick über die Stadt. Geliebt werden sie von den Hamburgern aber nicht. Man hat sich so langsam daran gewöhnt.

Die Tanzenden Türme
Eher schief als schön
Mojo Club
Abends öffnen sich die Klappen zum Eingang

Gleich dahinter: das Schmidt Theater und Schmidts Tivoli am Spielbudenplatz, wo das Kiezmusical „Heiße Ecke“ seit Jahren Abend für Abend meist ausverkauft ist. Und das Operettenhaus, in dem einst Cats und Mamma Mia! gefeiert wurden und wo seit März 2026 Zurück in die Zukunft läuft.
Park Fiction: Unter Palmen aus Stahl
Etwas abseits, hinter dem Ende der Reeperbahn, liegt der Park Fiction – ein künstlerisches und gesellschaftspolitisches Gemeinschaftsprojekt, das es bis zur Documenta11 geschafft hat. Eine „Wunschproduktion“, mit Palmen aus Stahl und einem weiten Blick über den Hamburger Hafen. Mein persönlicher Tipp für einen (auch nicht immer) stillen Moment inmitten all des Lärms.

Palmen aus Stahl
Dahinter: Hafenkräne
Park Fiction
Ein Traum von einem Park

Und 2026? Feiert der Kiez 400 Jahre Reeperbahn – mit Lesungen, Rundgängen, dem Museum ohne Mauern und vermutlich dem ein oder anderen Bier.
Vom Seilmacher zum Superstar-Mythos in vier Jahrhunderten. Die Reeperbahn hat bewiesen: Wenn man unerwünschte Menschen einfach vor die Stadtmauern setzt, bauen sie dort das interessanteste Viertel der Stadt.

400 Jahre Reeperbahn – das Programm
Vierhundert Jahre. Die Reeperbahn ist damit älter als die meisten Institutionen, die sich für unverzichtbar halten – und hat sie alle überlebt. Das möchte gefeiert werden. Und gefeiert wird.
Das Programm erstreckt sich über das gesamte Jahr 2026. Bis zu 400 Veranstaltungen sollen es werden. Eine pro Jahr, sozusagen.
Reeperbahn Singsation am 30. April 2026
Auftakt der großen Feierlichkeiten ist am 30. April ab 16 Uhr auf dem Spielbudenplatz mit der „Reeperbahn Singsation“ – bei der so viele Menschen wie noch nie gemeinsam Udo Lindenbergs „Reeperbahn“ singen sollen. Angeleitet von der Live-Karaoke-Band Sing de la Sing.
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher sticht das Jubiläumsbier „Reep Royal“ an. Die limitierte Astra-Sonderedition ist auf 1000 Liter begrenzt. Brauereileiter Julian Wolf verspricht: „Kräftig eingebraut, aber trotzdem süffig.“
Auch auf der Bühne: der Kiezklassiker Heiße Ecke, Jazz-Ikone San Glaser und am Ende die Partyband Cosmopauli. Eintritt frei.
Das ganze Jahr: 400 Shows und ein Panini-Heft
Unter dem Motto „400 Jahre – 400 Shows“ widmen alle großen Bühnen des Viertels ausgewählte Produktionen dem Jubiläum.
Im Stadtraum wird die Reeperbahn beflaggt, an den S-Bahn-Lüftungssäulen erscheinen von der Künstlerin Anna Genger gestaltete Fliesenelemente, und eine interaktive Pailletten-Installation am Esso-Gelände sowie zwei Reepschläger-Figuren sollen als visuelles Leitmotiv durch das Jahr führen.
Außerdem gibt es eine digitale Fotoausstellung: „400 Faces of St. Pauli“.
Und dann ist da noch das Reeperbahn-Panini-Heft – 250.000 Tütchen, 1,5 Millionen Sticker, ab Ende April deutschlandweit erhältlich.
Tauziehen am 29. Mai 2026
Am 29. Mai findet auf dem Heiligengeistfeld die Hamburger Tauziehmeisterschaft statt – thematisch passend, denn schließlich verdankt die Reeperbahn ihren Namen den Seilmachern.
Für Entdeckerinnen: Die historischen Touren
Wer es lieber ruhig mag: Das Museum für Hamburgische Geschichte bietet in Kooperation mit der Kiez-Historikerin Eva Decker zweiteilige Rundgänge an – je 90 Minuten, für 10 Euro pro Person – die nachzeichnen, wie aus ein paar Reepschläger-Hütten in vier Jahrhunderten ein weltberühmtes Amüsierviertel wurde.
Das Reeperbahn Festival im September
Im September schließlich verwandelt das Reeperbahn Festival die Meile wieder in eine Konzertbühne – in diesem Jahr mit dem zusätzlichen Gewicht von vier Jahrhunderten im Rücken. Wer ohnehin kommen wollte: 2026 ist ein guter Zeitpunkt.

Spielbudenplatz
Flohmarkt
Klubhaus
Mit Clubs und PanikCity

Meine Tipps für Euren Kiez-Besuch
- Tagsüber gehen – die Reeperbahn ist im Hellen fast schüchtern, und genau dann sieht man, was wirklich da ist
- Den Beatles-Platz besuchen und kurz innehalten – und dann durch die Große Freiheit schlendern
- Park Fiction für einen ruhigen Moment mit Hafenblick
- Die Stadtteilführungen „Reliquien der Reeperbahn“ buchen – das Museum ohne Mauern muss man erlebt haben
- Die Davidwache fotografieren – und kurz an Fritz Schumacher denken, der 1914 nicht ahnte, was er da Legendäres baut
- Die Seitenstraßen erkunden: den Eingang zur Herbertstraße mit dem Stolperbordstein, die Talstraße mit dem Tanzschuhladen, das ganz normale Leben auf St. Pauli
- Im September kommen: Das Reeperbahn Festival macht ganz St. Pauli zur Bühne
Habt Ihr die Reeperbahn schon mal bei Tageslicht erlebt? Ganz anders, oder? Schreibt mir in die Kommentare – ich freue mich auf Eure Geschichten vom Kiez.

Zum Silbersack
in der Silbersackstraße
Eingang
in die legendäre Kneipe


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