Startseite » Alle Reisen » Land » Interrail-Reisetage planen: mit Landkarte und Rail Planner App

Interrail-Reisetage planen: mit Landkarte und Rail Planner App

Liebe Freundin von Welt,

elf Städte, sieben Reisetage, zwei Rucksäcke von zehn und neuneinhalb Kilo. Vor der Abfahrt saß ich mit einer Papierkarte am Küchentisch, um unsere Interrail-Reisetage zu planen, und ahnte nicht, wie viel davon unterwegs anders kommen würde. Hier steht, was ich gern vorher gewusst hätte: über den Rhythmus, über die Fallen im Kleingedruckten und über die Dinge, die unbedingt mit müssen. Wie sich die Reise angefühlt hat, erzähle ich in Interrail für Erwachsene. Hier geht es um die Vorbereitung.

Ja, es ist kompliziert. Aber so kompliziert nun auch wieder nicht.

Deine Kirsten, Freundin von Welt

Unsere Interrail-Route

Wie schnell willst du reisen, und was will dein Reisepartner?

Bevor du dich für eine Interrail-Passvariante entscheidest, beantworte eine andere Frage: Wie lange kannst du im Zug sitzen? Wie lange willst du an einem Ort bleiben? Wie spontan bist du? Was ist dir zu hektisch, was zu statisch? Und wie weit willst du aus deiner Komfortzone heraus, ohne dass es anstrengend wird?

Bei uns sind es meist zwei Nächte pro Stadt geworden. Lecco, Genua, Nîmes, Biarritz: je zwei. Barcelona zwei, Venedig zwei. Bilbao drei, Bologna vier. Und nur eine in Lyon.

Wo ich am längsten geblieben bin, ist am meisten geblieben. Aus Bologna habe ich seitenweise Notizen, aus Lyon zwei Sätze zu einer besonderen Straße.

Ob zwei Nächte das richtige Maß waren, kann ich dir trotzdem nicht sagen. An manchen Tagen fühlte es sich nach Ankommen an, an anderen nach Weiterziehen. Diese Frage musst du für dich beantworten, und wahrscheinlich beantwortest du sie erst unterwegs.

Es ist auch eine Budgetfrage. Mehr Reisetage kosten mehr Geld, bieten aber auch mehr Raum für spontane Entscheidungen. Allerdings: Vier unserer Fahrten haben wir ohne den Interrail-Pass gemacht. Es gibt da Möglichkeiten.

Und dann ist da die Frage, die in keinem Ratgeber steht: Was will
eigentlich der Mensch neben dir?

M. bucht im Regionalzug Karten für ein Theaterfestival, die Sonne
spiegelt sich in seinem Display und blendet mich. Bei Getxo sucht er den schönsten Strand, geht am Zement-Strand mit den Industrieablagerungen vorbei, noch ein paar Kilometer weiter, bis er sagt: „Ja.“ Dann wirft er mir all seine Sachen vor die Füße und stürzt sich in die Wellen. Ich setze mich auf einen Stein.

M. lässt sich von den Wellen schubsen, ich mich von meinen Gedanken.

Wir waren am selben Strand. Wir haben dort Verschiedenes gemacht. Das ist, soweit ich das nach drei Wochen Zugreise beurteilen kann, das ganze Geheimnis.

Am Strand von Bilbao – M. geht ins Wasser, ich bleibe an Land

Welcher Interrail-Pass, wie viele Reisetage

Jetzt zum Produkt. Interrail ist heute eine ganze Familie von Pässen, und du musst dich entscheiden. Es gibt den Global Pass für ganz Europa und den One Country Pass für ein Land. Dazu seit Kurzem den Global Plus Pass, der die Reservierungen mit abdeckt. Zu dem komme ich, wenn klar ist, warum man ihn überhaupt erwägt. Wir hatten den Global Pass.

Die wichtigsten Kriterien sind Reisetage und Geltungstage.
Reisetage sind die Kalendertage, an denen du fahren darfst. Geltungstage sind der Zeitraum, in dem du sie verbrauchen kannst. Sieben Reisetage in einem Monat heißt: an sieben Tagen Zug, an den übrigen gut drei Wochen nicht.

Die Varianten, die es gibt: vier, fünf oder sieben Reisetage innerhalb eines Monats. Zehn oder fünfzehn innerhalb von zwei Monaten. Fünfzehn oder zweiundzwanzig Tage am Stück. Oder ein, zwei, drei Monate durchgehend.

Ein Reisetag läuft von Mitternacht bis Mitternacht, für manche Nachtzüge gibt es Ausnahmen. Und: Ein Pass der ersten Klasse gilt auch in der zweiten. Umgekehrt gilt das nicht. Wir haben uns die erste Klasse gegönnt.

Elf Orte, sieben Reisetage: wie passt das? Das geht nur, weil wir vier Fahrten außerhalb des Passes gemacht haben. Wer öfter den Ort wechseln will, sucht sich am besten Strecken, die gar keinen Reisetag verbrauchen. Wie du die findest, liest du weiter unten.

Ein altes DB Poster aus den 80ern
So warb die Bundesbahn in den 80ern für Interrail – mit Papierpass in der Hosentasche. Bild: © Interrail B.V., Interrail Image Library

Der Preis, den kaum jemand zahlt

Der Listenpreis für den Global Pass mit sieben Reisetagen in einem Monat liegt bei 381 Euro in der zweiten Klasse und 495 Euro in der ersten, Stand August 2026.

Ich habe für die erste Klasse 387 Euro bezahlt, gekauft während einer Rabattaktion. Solche Aktionen gibt es zwei- bis dreimal im Jahr, meist zwischen zehn und fünfundzwanzig Prozent, und angekündigt werden sie nicht. Einen festen Kalender dafür gibt es nicht. Wenn dein Abfahrtstermin nicht feststeht, warte auf eine Aktion.

387 Euro geteilt durch sieben Reisetage: rund 55 Euro pro Tag. Merk dir die Zahl, mit ihr rechnest du im nächsten Abschnitt.

Den Seniorenrabatt gibt es ab sechzig, er beträgt zehn Prozent auf den Erwachsenenpreis. Maßgeblich ist dein Alter zu Beginn des
Nutzungszeitraums.

→ Die aktuellen Preise stehen beim Anbieter selbst:
Interrail Global Pass

Interrail-Reisetage planen heißt: die Route auf den Küchentisch legen

Wir haben eine Karte aus Papier benutzt. „Europe Railway & Road“ von ITMB, Maßstab 1:3.350.000. Auf dem Exemplar klebt noch das Preisschild: 12,50 Euro. Gekauft haben wir sie bei Dr. Götze Land & Karte. Solche Karten liegen in Reisebuchhandlungen, im Bahnhofskiosk findest du sie nicht.

Sie zeigt Bahnlinien, Staatsgrenzen, Orte. Auf dem Handy siehst du nur die nächste Verbindung. Auf der Karte kommst du darauf, dass zwischen Lyon und Bologna die Alpen liegen.

Und dann wird gezählt und gerechnet. 55 Euro pro Reisetag, 7 Reisetage, einer raus aus Deutschland, einer wieder nach Hause. Bleiben 5 Fahrten.

Jede Fahrt, die weniger kostet als einer der Reisetage, buchst du besser einzeln. Bei uns waren das vier:

  • Hamburg–Recklinghausen
    mit dem Deutschlandticket
  • Lecco–Genua
    als Regionalbahn, gebucht über die Trainline App, je rund 15 Euro
  • Biarritz–Bilbao mit dem Flixbus, unter 20 Euro und schneller als jede
    Zugverbindung über die Grenze
  • Bologna–Venedig wieder regional, wieder über Trainline

Daraus die Regel: Der Pass rechnet sich auf langen Strecken durch teure Länder. Auf kurzen regionalen Strecken rechnet er sich fast nie.

Such dir Grenzübergänge im Regionalzug. Ventimiglia zwischen Italien und Frankreich funktioniert ohne Zuschlag und ohne Reservierung. Die Strecke von Genua an der ligurischen Küste entlang war die schönste der ganzen Reise.

Die vertrackte Sitzplatzreservierung

Jetzt der Teil, der die Freiheit einschränkt: die Sitzplatzreservierung.

Welche Züge betroffen sind, führt Interrail selbst auf — im Kern alle Nachtzüge und die meisten Schnellzüge, vor allem in Frankreich, Italien und Spanien.

  • Deutschland und Österreich: keine Reservierungspflicht. Hier
    funktioniert der Pass so, wie er beworben wird. Freiwillig
    reservieren kannst du trotzdem, im ICE für 5,50 Euro in der zweiten und 6,90 in der ersten Klasse, bei der ÖBB für 3 Euro.
  • Frankreich: TGV reservierungspflichtig, im Inland 20 bis 35 Euro in der zweiten und 30 bis 45 Euro in der ersten Klasse.
  • Italien: Frecciarossa 13 Euro, Regionalzüge frei.
  • Schweiz: keine Reservierungspflicht. Wer trotzdem will, zahlt im Intercity 5,20 Euro in der zweiten und 6,50 in der ersten Klasse.
  • Spanien: AVE 10 Euro in der zweiten Klasse, 13 Euro in der ersten. Beim privaten Anbieter Iryo dasselbe. Diese beiden Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen.
  • Eurostar: Paris–London und London–Brüssel je 35 Euro, in der
    Plus-Klasse 40. Brüssel–Amsterdam 22 beziehungsweise 27 Euro.

Und ein Posten, den ich beim Rechnen übersehen hatte: Wer über
Interrail selbst bucht, zahlt zusätzlich 2 Euro Buchungsgebühr pro
Person und Zug.

Diese Beträge stehen so auf der Gebührenseite von Interrail.
Der Anbieter nennt sie dort ausdrücklich Richtwerte, die sich jederzeit ändern können, und gibt kein Stand-Datum an. Sieh vor der Abfahrt am besten selbst nach.

Reservieren kannst du bis zu drei Monate im Voraus. Und im Fahrplan gibt es einen Filter „Keine Reservierung erforderlich“, mit dem du dir die Züge anzeigen lassen kannst, die ohne auskommen.
Ich bin großer Fan von den Regionalzügen, für die man keine Reservierung braucht.

Übrigens: Wir wollten eigentlich zuerst in die Bretagne. Aber da war das Kontingent an Tickets für Interrail-Reisende schon ausgebucht.

Die Landkarte auf Papier. Ein Klebezettel markiert noch Brest in der Bretagne.

Der Ausweg, den es inzwischen gibt

Weil das ganze nach einem Konstruktionsfehler klingt, hat Interrail einen dritten Pass nachgeschoben: den Global Plus Pass. Er deckt die Reservierungen gleich mit ab. Verkauft wird er ausdrücklich
als Beta, also als etwas, das noch getestet wird.

Er funktioniert so: Die meisten Reservierungen sind enthalten und kosten nichts extra. Für die teuren Züge bekommst du ein Guthaben von drei Credits pro Person, der Eurostar kostet einen, ein TGV zwischen Frankreich und Italien in der ersten Klasse zwei.

Es gibt ihn nur mit fünf oder sieben Reisetagen, und nur, wenn du in Europa wohnst. Er kostet rund 100 Euro mehr als der Global Pass mit sieben Reisetagen.

Wer viel im Regionalzug fährt, zahlt für etwas, das er nicht braucht. Wer zwei- oder dreimal in den Eurostar oder in einen TGV steigt, hat ihn wieder drin.

Frecciarossa, die italienischen Schnellzüge

Die App kann weniger offline, als versprochen

Der Pass liegt in der Rail-Planner-App.
Sie heißt im App Store „Rail Planner: Offline Timetable“, und der Anbieter schreibt, sie funktioniere offline.

Du musst die App übrigens nicht nehmen. Den Pass gibt es weiterhin auch auf Papier, mit Umschlag und einem Reisekalender, in den du jeden Reisetag mit Kugelschreiber einträgst, Bleistift gilt als Fälschungsversuch. Interrail schickt ihn per Einschreiben, und du musst dich beim Kauf für eines von beidem entscheiden. Wir hatten den Mobile-Pass, und dafür läuft alles über die App. Der Weg vom Kauf bis zur Fahrkarte hat sechs Schritte. Die ersten drei kannst du zu Hause machen.

  1. Den Pass in die App holen. Du gibst deinen Nachnamen und die
    Passnummer ein, beides steht in der Bestätigungsmail. Danach schickt Interrail einen sechsstelligen Code an dieselbe Adresse.
  2. Den Pass aktivieren. Dafür brauchst du die Nummer des Ausweises oder Reisepasses, mit dem du tatsächlich reist, und ein Startdatum. Zeit dafür hast du bis zu elf Monate nach dem Kauf. Aber Vorsicht: Ist der Pass einmal aktiviert, steht der Reisezeitraum fest. Umtauschen oder erstatten wird danach schwierig bis unmöglich, Interrail selbst drückt sich da nicht klar aus.
  3. Eine Reise anlegen und den Pass damit verbinden. Jeder Pass
    braucht seine eigene Reise.
  4. Verbindungen suchen. Start und Ziel eingeben, die passende
    Verbindung antippen, speichern. Du kannst so viele sammeln, wie du willst, und unterwegs alles wieder ändern. Das ist der Teil, der auch ohne Netz funktioniert.
  5. Die Fahrt zum Pass hinzufügen, bevor du einsteigst. Hier fragt
    die App, ob du dafür einen Reisetag verwenden willst. Erst in diesem Moment entsteht deine Fahrkarte mit dem Code. Wer das erst im Zug macht, gilt als ohne Fahrkarte unterwegs und riskiert eine Strafe.
  6. Die Kontrolle. Der Schaffner scannt oder liest den Ticket-Code und will dazu deinen Ausweis sehen, dessen Nummer du in
    Schritt zwei eingetragen hast.

Schritt fünf ist der, den man beim ersten Mal unterschätzt. Eine
gespeicherte Verbindung ist noch keine Fahrkarte. Sie wird erst eine, wenn du einen Reisetag dafür einsetzt.

Und da liegt der Haken mit dem Offline: Das stimmt nur zur Hälfte.

Eine Internetverbindung brauchst du, um den Pass zu aktivieren, einen Reisetag zu aktivieren und eine Fahrt zum Pass hinzuzufügen. Der letzte Punkt ist der wichtige, denn dabei entsteht überhaupt erst dein Ticket.

Ohne Internet gehen: ein fertiges Ticket vorzeigen und die
Fahrplansuche.

Kurz gesagt: Der Pass funktioniert offline. Der Weg zum Ticket nicht.

Bei uns hat trotzdem alles geklappt, manches auch ohne Netz. M. hat vieles zusätzlich auf den Seiten der regionalen Zuganbieter und bei Trainline gegengeprüft, was ich empfehlen würde.

Was mich gestört hat: Vor der Kontrolle im Zug musste ich mich wiederholt neu in die App einloggen, und zwar immer in dem Moment, in dem der Schaffner schon neben mir stand. Aktiviere die Gesichtserkennung oder halte dein Passwort griffbereit. Das erspart Stress.

Der Rest der Ausstattung ist schnell erzählt. Trainline für alles, was
neben dem Pass läuft. Booking für die Unterkünfte. Und eine Powerbank, denn wer sich einmal für den Mobile-Pass entschieden hat, hat kein Papier als Rückfallebene. Die ganze Reise hängt an einem Gerät.

Deshalb übe die App zu Hause, an deinem Küchentisch, mit WLAN. In unserem Regionalzug nach Recklinghausen gab es kein WLAN, das Netz war löchrig, und bei Diepholz hatten wir gar keinen Empfang. Wer die App am Bahnsteig zum ersten Mal öffnet, lernt sie unter den schlechtesten Bedingungen kennen.

Unterwegs mit leichtem Gepäck

M.s Rucksack wog zehn Kilo, meiner neuneinhalb. Mehr dürften es nicht sein, weil wir das Gepäck doch viel durch die Gegend schleppen. Ehrlich: Wir haben uns manchmal noch viel leichtere Rucksäcke gewünscht.

Vom Bahnhof Lecco sind wir drei Kilometer zu Fuß zur Unterkunft gelaufen, mit Rucksack gut machbar. In Biarritz sind wir zu Fuß zum Flughafen gegangen, weil dort der Flixbus abfuhr.

Wir haben Ferienwohnungen genommen statt Hotelzimmer, gefunden über Booking, meist deutlich unter 100 Euro pro Nacht. Und wir haben in der Ausstattungsliste gezielt nachgesehen, ob eine Waschmaschine dabei ist. Wer unterwegs wäscht, braucht kein drittes Set Kleidung. Das ist der ganze Trick am leichten Gepäck.

Wie weit sich das auch ohne Waschmaschine treiben lässt, habe ich anderswo aufgeschrieben: in der Packliste für eine Radreise mit Zelt und Faltrad, wo es um jedes einzelne Gramm geht.

Schuhe sind auch noch so ein Thema. Ich hatte Turnschuhe und Teva-Sandalen dabei, keine Wanderschuhe. Das hat mich in Lecco etwas gekostet. Der Wanderweg nach Abbadia war gesperrt, die Alternativen hatten 1.200 und 1.400 Höhenmeter, und ohne Wanderschuhe fiel beides aus. Stattdessen sind wir zu einer versteckten Bucht unterhalb der Uferstraße gestiegen. Ich habe den Tausch nicht bereut. Trotzdem: Deine Schuhe entscheiden mit, welche Möglichkeiten dir offenstehen.

Und wo wir gerade beim Thema leichtes Gepäck sind: Wir haben zwei Biwacksäcke mitgeschleppt (also: M. hat sie getragen), dazu eine Unterlage und einen Seidenschlafsack, für den Fall, dass Europa ausgebucht ist (ich hatte da Befürchtungen). Gebraucht haben wir sie kein einziges Mal. Ich habe deswegen ein etwas schlechtes Gewissen.

Wäsche in Genua. Nicht unsere, die trocknete in der Ferienwohnung, nicht öffentlich.

Was noch in den Rucksack gehört, damit die Fahrt etwas wird

Meine Teekanne fasst 0,75 Liter, ich habe sie mitgenommen. Wer heißes Wasser dabei hat, ist von den Preisen im Bordbistro unabhängig. Und wenn ich Tee trinken kann, kann ich auch abwarten, habe also Geduld.

Ein gutes Picknick ist auch immer wichtig. In Frankreich Couscous aus dem Supermarkt, in Italien Focaccia, wie es dir gefällt. Dazu regionaler Käse. Und immer genug!

Auf die Snacks im Zug ist kein Verlass. Im Frecciarossa gibt es in der 1. Klasse Wasser und Snacks, der salzige ist ein Wurstbrötchen, der süße ein trockener Keks. Ungenießbar, aber immerhin gratis.

Ein Notizbuch und Stifte waren auch dabei. Ein Notizbuch braucht keinen Akku, und der Akku ist auf dieser Reise die einzige echte Abhängigkeit.

Selfie von Kirsten Rick mit Rucksack auf einem Bahnhof
Da fühlt sich der Rucksack noch leicht an

Der Nachtzug: Luxus für die Fahrt nach Hause

Für die letzte Etappe hat M. Mini-Cabins im ÖBB Nightjet gebucht, auf den letzten Drücker, zwei waren noch frei (da hatten wir wieder Glück). Diese Kabinen kosteten uns nur 55 Euro, Frühstück und Bettzeug inbegriffen. Der Reisetag geht zusätzlich drauf.

Ausgeschlafen anzukommen spart eine Übernachtung. Das gehört in die Rechnung.

→ Wie es in so einer Kabine zugeht, habe ich hier ausführlich beschrieben: Schlafen auf Schienen: Eine Nacht in der Mini-Cabin im ÖBB Nightjet

Die Reise in Zahlen

Was?Wie viel?
PassGlobal Pass, 7 Reisetage in 1 Monat, 1. Klasse
Listenpreis381 € (2. Klasse), 495 € (1. Klasse), Stand August 2026
Bezahlt387 € in einer Rabattaktion
Pro Reisetagrund 55 €, ohne Zuschläge
Seniorenrabatt10 % ab 60 Jahren
Rhythmusmeist zwei Nächte pro Stadt
Ohne ReservierungDeutschland, Österreich, Schweiz, Regionalzüge
Gepäck10 kg und 9,5 kg. Zwei Biwacksäcke, nie gebraucht
AppsRailplanner (Pflicht), Trainline, Booking
KarteITMB „Europe Railway & Road“, 1:3.350.000, 12,50 €

18 Punkte für die Vorbereitung, der Reihe nach

Bevor du irgendetwas buchst

  1. Leg zuerst dein Tempo fest, dann den Pass. Wie viele Nächte pro Stadt?
  2. Sprich mit deinem Reisepartner darüber, was jeder an einem Ort braucht. Ihr müsst nicht dasselbe wollen. Ihr müsst am selben Ort Verschiedenes tun dürfen.
  3. Leg die Route auf Papier. Eine Karte, Klebezettel, der Küchentisch.
    Auf dem Handy siehst du immer nur einen Ausschnitt.
  4. Beantworte auf dieser Karte drei Fragen, in dieser Reihenfolge. Wo willst du überhaupt hin, welcher Ort ist der Grund für die ganze Reise? Wie weit ist das wirklich, nicht nur in Fahrzeit, sondern in Kilometern und Gebirgen? Und welche Orte liegen so dazwischen, dass sich eine Nacht dort lohnt, statt durchzufahren?

Den Pass aussuchen

  1. Finde deine Passvariante: wie viele Geltungstage und wie viele Reisetage brauchst du?
  2. Geh die Reservierungspflichten für alle geplanten Länder durch.
  3. Addiere die Zuschläge zum Passpreis. Was lohnt sich für dich?
  4. Rechne kurze und regionale Strecken gegen den Preis pro Reisetag. Was billiger ist, buchst du einzeln.
  5. Prüfe ab sechzig den Seniorentarif.
  6. Warte auf eine Rabattaktion, wenn es zeitlich geht. Dann kaufen.

Nach dem Kauf, zu Hause

  1. Öffne die App und spiel sie einmal durch, mit WLAN und in Ruhe.
  2. Aktiviere die Gesichtserkennung oder halte dein Passwort
    griffbereit.
  3. Suche bei Booking nach Ferienwohnungen mit einer Waschmaschine,
    dann reicht die Hälfte der Kleidung.

Packen

  1. Pack einmal probeweise und wiege den Rucksack. Zehn Kilo klingen nach wenig, bis du sie drei Kilometer vom Bahnhof zur Unterkunft trägst.
  2. Nimm Schuhe mit, in denen drei Kilometer vom Bahnhof kein Thema sind. Und lange Tage in der Stadt auch nicht.
  3. Powerbank und ein Ladekabel, das lang genug ist.
  4. Karte und Stift und Notizbuch.
  5. Teekanne und immer genug Picknick für die Fahrt.

Wie sich das alles angefühlt hat, elf Städte und sieben Reisetage lang, steht hier: Interrail für Erwachsene: die Freiheit liegt im
Regionalzug

Und hier die ganze Route, in der Reihenfolge, in der wir sie gefahren sind. Wo schon ein Beitrag steht, kannst du klicken:

Hamburg · Recklinghausen und das Ruhrgebiet · Lecco am Comer See · Genua · Nîmes und die Streetart in Nîmes · Biarritz · Bilbao · Barcelona · Lyon · Bologna · Venedig · Hamburg

Sechs Stationen warten noch auf ihren Text: Genua, Bilbao, Barcelona, Lyon, Bologna und Venedig. Sie kommen nach und nach.


Die neuesten Beiträge

Keinen Beitrag mehr verpassen!

Trag Dich ein und werde eine Freundin der Freundin von Welt! Du bekommst meine neuesten Reisetipps – inspirierend und unregelmäßig.

KEINEN BEITRAG MEHR VERPASSEN!

Trag Dich ein und erhalte die neuesten Reisetipps der Freundin von Welt. Inspirierend und unregelmäßig.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert



WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner