Friedenfels – wo die Welt einmal durchatmet
Liebe Freundin von Welt,
ich war schon an vielen schönen Orten. Doch kaum irgendwo ist Stille so selbstverständlich wie hier.
Friedenfels, im Herzen des Oberpfälzer Waldes, macht seinem Namen alle Ehre – ein Ort, an dem der Frieden zu Hause ist, zwischen alten Buchen, klaren Teichen und Menschen mit einem feinen Gespür für Ruhe. Es ist ein Naturerlebnisdorf, das erste als solches ausgezeichnete in Bayern.
Deine Kirsten, Freundin von Welt

Innehalten
auf dem Haferdeck-Fels
Wiesenzeit
Mohnblüte zwischen Kamillen

Begegnungen in Friedenfels
Das Rathaus war früher eine Schule.
Vielleicht erklärt das, warum man hier ständig etwas lernt – nicht aus Büchern, sondern vom Wald. Bürgermeister Oskar Schuster etwa ist so etwas wie der Lehrer des leisen Gehens.
„Wenn Sie leise unterwegs sind, sehen Sie Hirsch und Reh. Hasen sind gerade viele unterwegs. Der Storch kommt jährlich wieder.“
Er erzählt das ohne Pathos, mehr wie jemand, der einfach hinschaut.
„Bis vor kurzem gab es noch eine Mufflonherde – die hat wahrscheinlich der Luchs gefressen. Vier Luchse leben hier im Steinwald. Das ist ein ideales Revier, mit den vielen Felsen. Aber die Luchse sieht man als Wanderer nicht.“
Manchmal klingt er fast zärtlich, wenn er über die Tiere spricht.
„Am Griesweiher habe ich einen Fischadler gesehen, der sich einen Fisch geholt hat.“
Dann wieder nüchtern:
„Fischotter und Kormorane sind hier nicht so gern gesehen – schlecht für die Teichwirtschaft.“
Und irgendwo zwischen diesen Sätzen spürt man: Hier ist jemand, der Natur nicht romantisiert, sondern mit ihr lebt – samt Krallen, Federn und Futterketten.

Bequem gehen
Es gibt immer eine entstannte Alternative
Zwei mit Ideen
Bürgermeister Oskar Schuster und Melanie Höfer

Bayerns erstes Naturerlebnisdorf
Friedenfels wurde 2024 als erstes zertifiziertes Naturerlebnisdorf Bayerns ausgezeichnet, eine Initiative des Wanderverbands Bayern.
2025 folgte der ADAC-Tourismuspreis Bayern, der die Idee des stillen, nachhaltigen Reisens würdigt.
Hier wird nicht laut für Nachhaltigkeit geworben, man lebt sie einfach.
„Wir stellen uns die Frage: Wie kann man sanften Tourismus möglich machen?“, sagt Schuster.
„Wir haben Parkplätze, Platz, Gastgeber – und bei uns ist der Tourismus kein Problem. Er hilft, die Landschaft zu erhalten.“
Das klingt einfach. Ist aber klug.
Denn was hier geschieht, ist keine touristische Mode, es ist ein stilles Experiment in Balance.

Ausgezeichnet
mit dem ADAC Tourismuspreis
Angekommen
Marienbrunnen in Friedenfels

Goldsteig & Steinwald: Wandern in Friedenfels
Der Goldsteig, einer der bekanntesten Weitwanderwege Deutschlands, führt direkt an Friedenfels vorbei.
Die ersten drei Goldsteig-Etappen gelten als besonders abwechslungsreich.
Naturkino in drei Akten:
- Goldsteig-Etappe 1: Marktredwitz – Friedenfels – durch den wilden Steinwald mit seinen Felsen und der Burgruine Weißenstein
- Goldsteig-Etappe 2: Von Friedenfels in das Land der tausend Teiche – zwischen Nebel und Reihern
- Goldsteig-Etappe 3: Durch das stille Waldnaabtal, dieses Granitwunder, das aussieht, als hätte jemand das Wort Ewigkeit dort vergessen.
Melanie Höfer von der Tourist Info Friedenfels sagt: „Bei uns kann man wunderbar wandern – aber man muss nicht. Wir haben 140 Ruhebänke, Waldsofas und Leseplätze.“
Ich setze mich auf eines davon. Und bleibe länger, als ich vorhatte.

Platz nehmen
Nur eine von 140 Rastmöglichkeiten
Goldsteig
Ein zauberhafter Weg

Tiere, Teiche, stille Wege
Mit Melanie Höfer stehe ich am Haferbeck-Fels, im Auen-Sumpfwald.
Es zwitschert, quakt, summt. Von wegen stiller Wald!
Melanie Höfer zeigt mir ein Loch in einem alten Stamm, dort nistet eine Fledermaus. Ein paar Meter weiter: der Eingang zu einer Wildbienenhöhle.
„Wenn man sich bückt, sieht man mehr“, sagt sie.
Ich bücke mich. Und sehe tatsächlich mehr. Auch von mir selbst, irgendwie.

Pilz-Perspektive
Wer sich bückt, sieht mehr
Selfie-Zeit
Freundin von Welt auf dem Goldsteig

Nachhaltiger Tourismus mit Herz
„Zum Glück ist die Flurbereinigung an uns vorbeigegangen“, sagt der Bürgermeister.
In Friedenfels blieb die Landschaft, wie sie war: unaufgeräumt, lebendig, echt.
Rund um Schloss, Kirche und Brauerei liegt ein Dorf, das nichts beweisen muss.
Rund 1200 Einwohner, einst böhmisch, heute europäisch. „Früher gab es an den Bächen und Flüssen zahlreiche Hammerwerke. Das war das Ruhrgebiet des Mittelalters,“ erzählt Schuster – halb ernst, halb liebevoll übertrieben.

Haferdeck-Fels
er thront über dem Weiher
Wappen
Der Hammer steht für die einstigen Hammerwerke

Von Raupen und Rücksicht
Mein Lieblingsprojekt: die Schwalbenschwanz-Ansiedlung.
Jedes Jahr verteilt die Gemeinde Fenchelpflanzen, damit die Schmetterlinge ihre Eier ablegen können.
Melanie Höfer lacht:
„Ich hatte mal 13 Raupen!“
Ich glaube, man kann die Menschlichkeit eines Ortes daran messen, wie ernst er Raupen nimmt.
Ein Preis für die leisen Wege
2025 bekam Friedenfels den ADAC-Tourismuspreis Bayern. Hier denkt man Tourismus anders, als Freund der Landschaft, nicht als ihr Benutzer.
„Tourismus hilft uns, die Landschaft zu erhalten“, sagt Bürgermeister Schuster.
Ich denke: Wenn das stimmt, dann hat dieser Ort die Zukunft schon verstanden.
Wer die ganze Region erkunden will: Drei Tage in der Oberpfalz.

Buchen suchen
Wandergruppe neben der 350-jährigen Buche
Baum-Senior
Die 350-jährige Buche

📍 Friedenfels: Reisetipps auf einen Blick
• Lage: Zwischen Tirschenreuth und Wiesau, im Naturpark Steinwald
• Wandern: Goldsteig-Etappen 1–3 – Naturkino in drei Akten
• Sehenswürdigkeiten: Schloss, Barockkirche, Brauerei, Griesweiher
• Natur-Highlights: 350-jährige Buche, Flussperlmuschel-Infostelle
• Übernachten: Trekkingplatz Geissacker oder Gasthof Schlossschänke

Wanderglück
Auf weichen Pfaden durchs Laub
Baumgigant
Die alte Buche am Wegesrand

FAQ – alles, was du über Friedenfels wissen musst
Zwischen Wiesau und Tirschenreuth im Naturpark Steinwald.
Mit Auto, Bahn oder Wanderschuhen, je nach Temperament. Der nächste Bahnhof ist in Wiesau, von dort sind es nur ein paar Kilometer. Und wer schon auf dem Goldsteig unterwegs ist, landet sowieso früher oder später hier.
Es ist das Lebensgefühl. Hier trifft Stille auf Sinn, Wald auf Wärme, Mensch auf Maß. Außerdem: Es ist das erste offiziell zertifizierte NaturErlebnisdorf Bayerns – ausgezeichnet mit dem ADAC-Tourismuspreis 2025.
Ja – vom Gasthof Schlossschänke über Ferienwohnungen bis zu stillen Plätzen mitten im Grünen. Wer mag, kann sogar auf dem Trekkingplatz Geissacker im Naturpark Steinwald übernachten, unter Sternen.
👉 Infos zum Trekkingplatz Geissacker
Dann passt Friedenfels erst recht. Es gibt 140 Ruhebänke, Leseplätze und Waldsofas, die regelrecht um Nichtstun bitten. Melanie Höfer sagt: „Bei uns kann man wunderbar nichts tun.“ Und sie hat recht.
Wenn die Wiesen summen und die Teiche glitzern – also von Frühling bis Herbst. Aber wer einmal im Winter durch den stillen Steinwald stapft, versteht, dass auch Frost eine Form von Frieden sein kann.
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